WER IST EIGENTLICH DR. SCHMID?
Zur Welt kam Pablo María am 5. Juni 1935 als Sohn einer bemerkenswert hübschen Dirne in einem Vorort von Buenos Aires.

Der Junge, der ohne einen Vater aufwachsen musste, durchlebte eine behütete Kindheit und entdeckte bereits früh sein Interesse für die Medizin. So heißt es, dass er bereits im zarten Alter von elf Jahren den entzündeten Appendix seiner Jugendliebe auf fachmännische Art und Weise entfernt haben soll.
Sein Lebensweg führte ihn mit nur 16 Jahren an die Universidad de Buenos Aires, an der er bereits nach fünf Semestern den erfolgreichen Abschluss seines Medizinstudiums feiern konnte. Es folgte die Facharztprüfung als Neurochirurg, die er neben seiner Tätigkeit im Penny Yard Armenhospiz ablegte.

1952 wurde Schmid von Präsident Perón an den argentinischen Hof gerufen, um das Leben der todkranken Evita zu retten. Es sollte sich als Fehler herausstellen, dass die Riege von Medizinern Schmids Urteil nicht traute. Dennoch war Pablo fortan ein häufig und gern gesehener Gast des Präsidenten.
Als Perón 1955 ins Exil ging, folgte ihm auch Pablo, der ihm mittlerweile nach zahlreichen Gelagen zum engen Vertrauten geworden war, nach Europa. Es folgten dunkle Jahre, deren Rekonstruktion noch andauert. Unbestätigten Gerüchten zufolge ging Schmid nach Paris. Am Tage dem Hippokratischen Eid als Assistenzarzt an der Sorbonne verpflichtet, am Abend dem süssen Leben zu Füßen des Montmartre verfallen. Exzessive Erfahrungen mit Musikern, Künstlern und schillernden Größen der Unterwelt die ihn ewiglich zeichnen sollten. Turbulente Stunden um den Place Pigalle.
Hohe Spielschulden sollen seine Flucht aus Frankreich provoziert haben, die ihn zum ersten Mal in seinem Leben ins nahe Deutschland, das Heimatland seines Großvaters, führte. Im schönen Düsseldorf knüpfte er erste Kontakte zu Altbier, Senf und rheinischer Lebensart.

Pablo María Schmid, zum kosmopolitischen Lebemann gewachsen, führte in den 60er Jahren ein unstetes Leben. Er transplantierte Herzen an der Seite Christian Barnards in Kapstadt, organisierte Protestmärsche mit Rudi Dutschke in den Straßen Berlins und philosophierte mit Robert Rauschenberg in den Bars von New York City. Er eröffnete in stiller Teilhaberschaft Schnellrestaurants und Kliniken für Ästhetische Chirurgie in ganz Europa und hatte zahlreiche mehr oder minder lange Beziehungen zu internationalen Starlets.

Schmids Spur verliert sich endgültig, als er nach dem Attentat auf Dutschke 1968 Deutschland mit unbekanntem Ziel verlässt. Es machte das Gerücht die Runde, das Schmid in Konflikt mit der deutschen Justiz geraten war, als er, falsch beraten, seinen Reichtum nach Monaco und in die Schweiz verschieben lassen wollte.
Einzelne Dokumente verweisen auf seine Freundschaft zum Schah von Persien und zu General Noriega in den 70er und 80er Jahren.

Erst zu Beginn des Jahres 2005 tauchte Schmid, zum smarten Gentleman gealtert, wieder in Deutschland auf. Kurzentschlossen verwirklichte er einen langgehegten Traum und eröffnete eine urige Bierkneipe seines Namens im äußersten Süden der Stadt Düsseldorf. Die strafrechtlich relevanten Altlasten, die ihm nach wie vor anhaften, machen sein persönliches Erscheinen jedoch noch immer zu einer seltenen Ausnahme.